Statement des Regisseurs

Weiß man eigentlich mit Sicherheit, unter welchen Umständen man entstanden ist? Meist kommt man nicht wirklich dahinter, was geschah, als die Eltern entschieden, ein Kind zu zeugen, weil sich vielleicht ihre Gefühle und Ansichten mit der Zeit geändert haben. Obwohl es von großer Bedeutung ist. Schließlich wäre man vielleicht unter anderen Umständen gar nicht auf der Welt.

Aus diesen Fragen heraus, ist die Idee zu „Erinnerungen an den Sommer“ entstanden. Immer mit dem Gedanken im Hintergrund, eine von Unsicherheit und Ambivalenz geprägte erste Liebeserfahrung darzustellen. Entstanden ist ein Kurzfilm über Erinnerungen an das erste Liebesabenteuer einer Frau, die erst rückblickend erkennt, dass es offensichtlich anders verlaufen war, als sie es bisher erinnert hatte. Durch überraschende Konfrontation mit dem Ort ihrer Jugend, werden in ihr über Jahrzehnte verdrängte Gefühle plötzlich wieder hervorgerufen.

Schnell war klar, dass eine solche Erinnerung filmisch schlicht und still umgesetzt werden musste. So einfach, wie möglich. Die Geschichte sollte chronologisch erzählt werden, an nur einem Ort spielen und mit so gut, wie keinen Dialogen auskommen. So durchzieht den Film eine klare, aber gleichzeitig experimentelle Filmsprache. Es handelt sich um eine Übung, bei der unter anderem diese Erzählform ausprobiert wurde.

Friedrich Tiedtke